Am 14. und 15. Juni 2025 hatte der Deutsche Jagdverband zum Bundeswettbewerb 2025 unter dem Motto "Jagdhornblasen – gelebtes Brauchtum" eingeladen. Austragungsort war der Hofgarten des Barockschlosses Fasanerie in Eichenzell bei Fulda.
Beim Bundeswettbewerb zeigten die Bläser, dass mit dem Jagdhorn weitaus mehr als nur die Signale bei der Jagd entlockt werden können.
Unter der Leitung der Bundesbläserobmanns Jürgen Keller wurden drei Wertungsklassen angeboten. Dies waren die Klassen A (Fürst-Pless Hörner), Es (Parforcehörner) und G (gemischte Gruppen). Etwa 1.000 Bläser aus 58 Gruppen waren aus ganz Deutschland angereist, um sich den Wertungsrichtern zu zeigen.
Jedes Bundesland hatte einen Vorentscheid und die Besten wurden hergeschickt, erklärte der Bundesbläserobmann. Die Bläser vom Jagdhornbläserkorps Hubertus Kaltenkirchen hatten sich seit Anfang dieses Jahres unter der Leitung ihres Dirigenten Benjamin Liebe intensiv vorbereitet. Mindestens zwei wöchentliche Proben forderten den Mitgliedern viel Freizeit ab, die letzten zwei Wochen der Vorbereitung hat man sich sogar täglich zum gemeinsamen Üben zusammengetan. Erst eine Woche vor der Veranstaltung wurde den Teilnehmern bekannt gegeben, welche Signale und welches Selbstwahlstück zum Vortrag zu bringen sind.
Für die Kaltenkirchener Bläser in der Wertungsklasse „G“ (Gemischte Pless- und B-Parforcehorn-Gruppen ohne Ventile) bedeutete dies, dass die Signale Begrüßung, Wisent tot, Hirsch tot und Wagenruf zur Wertung vorgetragen werden mussten. Als Selbstwahlstück wurde die Holstein Fanfare gewählt, welche in Uraufführung vorgetragen wurde. Komponist ist der musikalische Leiter der Gruppe Benjamin Liebe aus Kaltenkirchen.
Bewertet wurde in den drei Kriterien Gesamteindruck, Tonreinheit sowie notengerechter Vortrag. Jeder Richter hat für jedes Kriterium Punkte notiert welche schlussendlich je Richter und Vortragsstück addiert wurden.
Die Kulisse vor dem Schloss Fasanerie war sehr beeindruckend und die Klänge der Jagdhörner schallten weit ins Rhöner Land. Das weitläufige Gelände war erfüllt mit Bläsern, die letzte Übungen trainierten, von vielen verschiedenen in jagdlicher Tradition gehaltenen Bekleidungen der Bläsergruppen und auch Einzelpersonen, Händler für Zubehör für die jagdliche Musik und mitgeführten Jagdhunden.
Ein besonderer Höhepunkt: das Abschlussblasen vor der Siegerehrung. Unter Leitung von Bundesbläserobmann Jürgen Keller bliesen die Gruppen gemeinsam einige Jagdsignale, die bei den Besuchern für Gänsehaut sorgten.
In der Klasse Es gewann die Gruppe aus Mildetal-Gardelegen aus (Sachsen-Anhalt). Die Jagdhornbläsergruppen des KJV Groß-Gerau (Hessen) und Das Große Freie (Niedersachsen) folgten auf den Plätzen zwei und drei. In der Klasse A setzte sich die Bläsergruppe des KJV Gelnhausen (Hessen) an die Spitze. Den zweiten Platz belegte die Gruppe des Hegerings Kronsberg (Niedersachsen), gefolgt von Hubertus Gießen (Hessen).
In der Klasse G wurde Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) Bundessieger vor dem Bläserkorps der Kreisjägerschaft Krefeld (N ordrhein-Westfalen). Den dritten Platz belegte die Jagdhornbläsergruppe des KJV Groß-Gera. Die Bläser aus Kaltenkirchen erreichten Platz 19 von 22, was genau der persönlichen Einschätzung der Gruppenmitglieder vor dem Wettbewerb entsprach. Es war die erste Teilnahme an einer solch hochkarätigen Veranstaltung und die Monate der Vorbereitung und die gemeinsame Reise ins Fuldaer Land haben der Kameradschaft im Verein sehr gute Impulse gegeben. Die vorher gesteckten Zielmarken, nicht letzter zu werden und genügend Punkte zur Erlangung der Leistungsspange des Deutschen Jagdverbandes zu erreichen wurden gut erreicht. Der Vorsitzende Stefan Schäfer kann seinen Stolz auf die Gruppe nicht verbergen, dass man es durch Fleiß und Disziplin der vergangenen Jahre so weit bis auf Bundesebene gebracht hat. Das Jagdhornbläserkorps Hubertus Kaltenkirchen besteht seit 1975 und demnächst wird ein Jubiläumsfest gefeiert. Zurzeit musizieren 24 Bläser regelmäßig und ein Dutzend Nachwuchsbläser befinden sich in Ausbildung.