Link verschicken   Drucken
 

ASP-Suchhunde

Die Ausbilder, Unterstützer und Hundeführer.  Foto: Sebastian Grell
Foxterrier Mercury Fox Luzi von Stefanie Hausser. Foto: Sebastian Grell
Jürgen Fischer mit seinem Labradorrüden. Der Hund zeigt dem Führer den Fund des Schwarzwildes an. Foto: Sebastian Grell

Erste fünf ASP-Suchhunde-Teams für die Schwarzwild-Fallwildsuche im Kreis Segeberg ausgebildet

 

Weltweit sind der ASP-Seuche bereits mehrere Millionen Haus- und Wildschweine durch nachgewiesene ASP und Seuchenschutzmaßnahmen zum Opfer gefallen. Das waren in Russland allein bis Ende 2018 acht Millionen Schweine. In Europa sind bereits 10 Länder betroffen. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) stuft die Gefahr für Deutschland als sehr hoch ein, zumal in Belgien 35 km vor der Grenze zu Deutschland akute Seuchengebiete ausgewiesen sind.

 

Der für diesen möglichen Seuchenfall im Kreis Segeberg zuständige Amtsveterinär Christof Heilkenbrinker erkundigte sich nach einer ASP-Übung 2018 im Segeberger Forst bei der Kreishundewartin Heidi Fitzner, ob es möglich sei, Hunde präventiv für einen möglichen Ernstfall auszubilden.

Die bei der Übung eingesetzten Hunde, die alle in der Nachsuchenarbeit ausgebildet waren, hatten sich nicht oder nur bedingt als geeignet erwiesen. Es mussten andere Anforderungen an die Hunde gestellt werden. Nicht die Arbeit auf der Fährte mit dem DNA-Zielgeruch vom Anschuss, sondern die Aufnahme der allgemeinen Schwarzwildwitterung aus der Luft war hier gefordert, damit eine sichere Anzeige des verendeten Schwarzwildes erfolgt.

 

Eine Arbeitsgruppe erstellte dann ein Anforderungsprofil für ASP-Fallwild-Suchenhunde-Gespanne.

Als unabdingbar wurde eingestuft, dass die Hunde verendetes Schwarzwild sicher anzeigen und lebendes Schwarzwild nicht hetzen. Die Hundeführer, die sich mit ihren Hunden dieser schwierigen Aufgabe und der zeitintensiven Ausbildung stellen wollten, trafen sich im Saugatter Segeberger Heide. Hier stellten die Hunde unter Beweis, dass sie kein Schwarzwild hetzen. Zusätzlich wurde in einem anderen Gelände das Verhalten an verendetem Schwarzwild kontrolliert.

 

Fünf Gespanne wurden ausgewählt, die in die Ausbildung gehen sollten. Es handelt sich um langjährige Jagdgebrauchshundeführer und erfahrene Ausbilder sowie einen Personensuchhundführer, die Hunde der Rassen Labrador-Retriever, Foxterrier und Spinone Italiano führen. Nach erfolgreicher Ausbildung sollen diese Hundeführer weitere Gespanne ausbilden, damit im Ernstfall mehrere Suchen-Teams zur Verfügung stehen.

 

Erfahrene Flächensuchhunde-Ausbilder zu finden gestaltete sich noch gut lösbar, eine Finanzierung dafür jedoch sehr viel schwieriger. Eine private Stiftung, die mit Jagd und Landwirtschaft originär nichts zu tun hat, sah hier "Gefahr im Verzug" und stellte der KJS Segeberg für die Flächensuch-Ausbildung der Hunde-Teams Geld zur Verfügung. Die Wahl der Kreisjägerschaft Segeberg fiel auf die erfahrenen Ausbilder Anke und Jörg Oestreich vom "28 Pfotenshop" aus Koldenbüttel, Kreis Nordfriesland, die die entsprechenden Qualifikationen besitzen. So ist Jörg Oestreich bundesweit als Rettungshunde-Prüfer für die Johanniter-Unfallhilfe e. V.  ehrenamtlich unterwegs. Der "28 Pfotenshop" wurde mit der  Ausbildung beauftragt und so konnte im März 2019 die Ausbildung beginnen.

 

Das von der Stiftung zugesagte Geld war binnen einer Woche auf dem Konto der KJS e. V., die das Geld verantwortet und auch entsprechende Spendenbescheinigungen ausstellt. Neben der KJS Segeberg unterstützt auch die Firma H. Wilhelm Schaumann GmbH die Ausbildung der Teams.

 

Für die Fortsetzung der Ausbildung und Führung der Hunde sind weiteres Ausbildungsmaterial, Schutz-Ausrüstungen für Führer und Hunde erforderlich. Aus diesem Grund werden weitere Sponsoren gesucht. Kontakt mit der Kreisjägerschaft Segeberg e. V.: .

 

Die Fachkompetenz bei Ausbildern und Auszubildenden war ein wesentlicher Teil des schnellen Lernerfolges. Hinzu kam auch die Ausbildung und Schulung für den hoffentlich nicht eintretenden Seuchenfall durch den Amtsveterinär. Es galt viele Schwierigkeiten zu erkennen und zu überwinden.

 

Nach vier Monaten Intensivausbildung (freitags bis sonntags jeweils mindestens vier Stunden) in unterschiedlichstem Gelände mit mehreren präparierten Schwarzwild-Attrappen, denen frische und weniger frische Schwartenteile umgebunden waren,aber auch an bis zu 14 Tage altem Fallwild, waren alle Teams so weit, dass sie ihre Arbeitsweise der Stiftung, dem Team des Schwarzwildgatters Segeberger Heide und dem Vorstand der Kreisjägerschaft Segeberg vorstellen konnten.

 

Die Präsentation der Fallwildsuche aller fünf Gespanne zeigte ein überzeugendes, systematisches Suchen, rasches Finden, keinen direkten Kontakt zwischen Hund und Schwarzwild, selbständiges Zurückkehren der Hunde zu ihren Besitzern, deutliche Anzeigen und ein sauberes Hinführen zur Fundstelle und fand ausnahmslos die Anerkennung der Teilnehmer. Die Vertreterin der Stiftung teilte mit, dass für sie besonders beeindruckend gewesen sei, dass gerade die jagdlich geführten Hunde so schnell auf eine neue Aufgabe eingestellt werden konnten.

 

Auch die abschließende Überprüfung im Schwarzwildgatter, bei der die fünf Gespanne die dort lebenden Sauen frei suchend finden mussten, die Hunde diese jedoch nicht jagen durften, damit sie nicht im möglichen Seuchenfall das im Gefahrenradius befindliche Schwarzwild verfolgen und damit eine weitere Verbreitung der ASP verursachen, wurde lobend vom Gattermeister Uwe Kemmerich und seinen Mitarbeitern beurteilt.

 

Teams

Jürgen Fischer mit Labrador-Retriever "Reggae-Thore Laberatos"

(4 Jahre, JEP, BLP, VPS)

Dirk Gerstenkorn Labrador-Retriever   "Daira Little Dragon From Firefighter"                      

(7 Jahre, Brauchbarkeit, VPS)

Stefanie Hausser mit Foxterrier "Mercury Fox Luzi"

(2,5 Jahre, Jagdliche Prüfungen)

Angelika Jensen mit Spinone Italiano "Carlotta zum Segeberger Forst"

(15 Mon.: VJP, HZP-Vorbereitung)

Ramon Weikamm mit Labrador-Retriever "Milow"              

(3,5 Jahre, ausgebildeter Flächen- und Ziel-Objekt-Suchenhund)

 

ASP-Suchhunde Kreisjägerschaft Segeberg

 

 

Informationsblatt für Hundeführer, die ihren Hund für die ASP-Fallwildsuche ausbilden möchten

 

Dirk Gerstenkorn mit seiner Labradorhündin. Die Hündin zeigt dem Führer den Fund des Schwarzwildes an. Foto: Sebastian Grell
Ramon Weikamm gibt seinem Labradorrüden nach getaner Arbeit Wasser. Foto: Sebastian Grell
Angelika Jensen mit  ihrer Spinone Italiano Carlotta zum Segeberger Forst. Foto: Martina Trautmann